HANNA

SCHAICH

Sich für das Stille zu öffnen, das Laute, das Extreme, das Verwundbare und das scheinbar Unscheinbare – darum geht es.

photo credit: Ben Ross Davis

Hanna nimmt sich und ihren Blick heraus aus der bemühten und angestrengten Regelmäßigkeit im Gewimmel und den Zwängen des Alltags und erlaubt sich das Treibenlassen auf der Suche nach dem Nicht-Besonderen. Dort, wo sie sich verguckt, macht sie mit der Tiefe ihrer künstlerischen Intelligenz Würde und Absurdität in einer zeitvergessenen Endlosschleife sichtbar. Hörbar. Spurbar. Hannas großes Thema ist die Poesie der Einsamkeit, die jeden überfällt solange er noch bei Trost ist. Die Trostlosen, Getöteten finden ihren Weg einfacher in die Apparate, Karrieren und Funktionen. Hanna und ihre Arbeiten weisen einen anderen Weg. Eindringlich über Abwege ins Herz.

Text: (e.) Twin Gabriel

Künstlerisches Statement:

In meinen Arbeiten beschäftige ich mich mit der niemals endenden individuellen Suche nach Identität, Mensch, Körper, Persönlichkeit,… die Einsamkeit der Existenz und die Versuche, mit anderen Menschen in Kontakt und Dialog zu treten. Ich thematisiere in meinen Video,- Foto-, konzeptuellen Arbeiten und Performanzen, oft von einem autobiografischen Impuls ausgehend, familiär soziale und gesellschaftliche Fragestellungen. Um nicht in einer privaten Befangenheit verhaftet zu bleiben finde ich Perspektiven, Bilder und Handlungsanleitungen, die eine künstlerisch übergreifende Faszination ausüben. Dazu kommen Beobachtungen, scheinbar beiläufige Begegnungen, der Kontrast zwischen alltäglichen Stereotypen und nächtlichem Ausnahmezustand. Meine Arbeiten bewegen sich entlang der Grenze von Dokumentation und Fiktion, Kommentar und Inszenierung. Häufig unterlege ich das Material mit meiner Stimme und Musik und stelle mit einer Kontrastmontage scheinbar Bekanntes in einen neuen diskursiven Kontext. Meine Arbeiten kreisen um Bedürfnisse und Träume, Hoffnungen und Strategien, Auswege zu finden aus oftmals monotonen und tristen Lebenswirklichkeiten. Mein Videomaterial ist teils dokumentarisch und bewusst um Neutralität des Blicks bemüht, teils arbeite ich mit Inszenierungen und eigenen körperlichen Grenzerfahrungen. Was hält uns? Was hält uns auf? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Welche Sehnsüchte bleiben unerfüllt und wie wahrt man dabei seine Würde? Wie können wir unser Leben selbst bestimmen und wieviel Zwänge braucht man? All dies sind Fragen die mich täglich öffnen für das Stille , das Laute, das Extreme, das Verwundbare und das scheinbar Unscheinbare.