HANNA

SCHAICH

400 000 mal

HD, 1-Kanal-Video, Farbe, Ton, 04:36 min

2017

Edition of 5 with 2 APs

 

Sehnsucht.

Im Trott gefangen. Die Suche nach diesem einen Gefühl. Einmal frei sein. Geschaffen haben wir uns Stätten, die dem Suchen ein vermeintliches Ende verschaffen. Aus der Suche wird Sucht. Kann Sucht werden. Nach Geld. Nach jemand anderem werden. Jemand anderes sein. Gefühlsausschüttungen als hätte man den Jackpot gewonnen. Adrenalin. Fliegen. Ein Dasein mit schillernden Flügeln, die uns überall hintragen. Zu uns. Zurück zum eigentlichen sein. 

 Eine Einladung, die Hanna uns gegenüber ausspricht, alles sein zu dürfen. Weil wir es in uns tragen. Längen an DNA-Strängen, die es erlauben das Universum zu bereisen oder zumindest zu ersehnen. Dieses unstillbare Verlangen nach Mehr. 

Die Sehnsucht zum Ich. 

Zum Sein.

Text: Manuel J. Klein

 

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Würde man den DNA-Doppelstrang einer beliebigen menschlichen Zelle entwinden und einen Einzelstrang an ein Maßband halten, käme man auf eine Länge von ca. 2 Metern. Die gesamte DNA eines Menschen würde nach dieser Rechnung eine unfassbare Länge von 150 Milliarden Kilometern erreichen: „Fast 400.000 Mal von der Erde bis zum Mond, 1.000 Mal von der Erde bis zur Sonne, und ab 7 Mio. können wir die Milchstraße überbrücken“, spricht die Künstlerin in der Sound-Spur und verweist damit im übertragenen Sinne auf die Reichweite und Möglichkeiten der Menschheit: „So viele Möglichkeiten, so viele Wünsche. Und irgendwo geht irgendwann einer in Erfüllung.“ Ein Gedanke, der in seiner Naivität auf der Bildebene kontrastiert wird durch eine Aneinanderreihung von künstlichen und natürlichen Erlebnis-Landschaften: Amusement City, Casino, Spielhalle, Pferderennen, ein Sprung vom ParkInn-Hotel am Berliner Alexanderplatz mit dem Erlebnisanbieter Jochen Schweizer – Orte, die das Erfüllen von Wünschen und vermeintlich authentischer Erlebnis-Erfahrungen kommerzialisiert haben.

 

Text: Claudia Voit